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10. Jänner 2017

Erlebnispädagogik im Klassenzimmer

Erlebnispädagogische Workshops mit Jugendlichen der Wiener Berufsschulen - Kooperation mit dem Kultur und Sportverein der Wiener Berufsschulen (KUS)

Erlebnispädagogik im Klassenzimmer einer Wiener Berufsschule oder auch Berufsschulklassen in Outdoor-Action!? Diese Idee führte zu einer enge Kooperation des Verein Wiener Jugendzentren (VJZ) mit dem KUS.

Seit September 2015 führen nun Mitarbeiter_innen des Vereins erlebnispädagogische Workshops mit Jugendlichen der Wiener Berufsschulen durch. Kernstück der Zusammenarbeit sind 4-stündige Workshops in Klassen - entweder mit dem Ziel die Klassengemeinschaft zu stärken oder durch gemeinsame Outdoor Erfahrungen andere Sichtweisen auf Mitschüler_innen zu bekommen, um Konflikte zu entschärfen.

„Chaos Klasse – ständig passiert irgendwas“, „Königin und Hofdamen“, „Feuerwehr“, „Buddie System“ – das sind einige Arbeitstitel für Konfliktklassen, sie lassen die Vielfalt an Problemlagen erkennen. Über Räumliche Soziogramme und  Methoden aus der Erlebnispädagogik (Eierflugmaschine, Mister X, Land Art, Zauberstab, Nail togehter, City Bound etc.) werden Gruppenbildungsprozesse angeregt und beschleunigt. Sie dienen der Visualisierung von Konflikten und bieten Lösungsvarianten an.  Zum Beispiel wurden „Mauern“ zu „Begegnungszonen“. In Teambuildingworkshops werden die Schüler_innen metaphorisch zu Schiffsreisen eingeladen. Persönliche Schätze werden an Bord gebracht und persönliche „Goes“ und „No Goes“ gemeinsam mit der Lehrkraft diskutiert und in einen Arbeitsvertrag eingearbeitet. Dieser soll die Klasse bis zur Lehrabschluss begleiten.

Alle ausführenden VJZ-Mitarbeiter_innen sind Teilnehmer_innen des Arbeitskreises Erlebnispädagogik der Wiener Jugendzentren und verfügen über zumindest interne Weiterbildungen, in manchen Fällen auch zertifizierte externe Ausbildungen, in diesem Bereich.

Für den Verein Wiener Jugendzentren ergibt sich daraus der Mehrwert, dass die Mitarbeiter_innen Know-how in der Durchführung mit fixen Gruppen, deren Zusammensetzung ihnen nicht vertraut ist, erwerben. Dies ist ein Umstand mit dem sie im Alltagssetting unserer Arbeit selten konfrontiert sind, da die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen den Mitarbeiter_innen der jeweiligen Einrichtung gut bekannt sind und fixe Gruppenzusammensetzungen in der niedrigschwelligen Struktur der Offenen Jugendarbeit selten etabliert werden. Durch diese Workshops zu den Themen Teambuilding, Gruppendynamik oder auch zur Konfliktbearbeitung werden Berufsschüler_innen, die auf Grund ihres Alters zu den Kernzielgruppen der Offenen Jugendarbeit gehören erreicht und darüber auf die Einrichtungen und weitere Angebote  des Verein Wiener Jugendzentren aufmerksam gemacht.

Den KUS-Mitarbeiter_innen bietet sich in den gemeinsamen Workshops und der dazugehörigen Vor- und Nachbereitung (Besprechungen und Endbericht) der Einblick in eine andere Art von professioneller pädagogischer Arbeit mit Jugendlichen. Sie erleben „ihre“ Jugendlichen in einem anderen Umfeld (z.B.: Cityaction oder in Parkanlagen) und unter anderer Anleitung. Dieses gemeinsame Auftreten bietet auch die Chance die Nachhaltigkeit zu steigern, so können die KUS-Mitarbeiter_innen, aufbauend auf den Ergebnissen und Erlebnissen der Workshops, die Klassen oder auch einzelne Schüler_innen weiter betreuen.

Für die teilnehmenden Lehrkräfte bietet sich damit die einmalige Chance Rückmeldung über ihre Klassen von externen Expert_innen zu bekommen, die Wissen und Erfahrung aus der außerschulischen, offenen Jugendarbeit mitbringen. Somit birgt diese Kooperation die große Chance die Vorteile unterschiedlicher Jugendarbeit zu verbinden und so unseren Wiener Lehrlingen Gutes zu tun.

Sylvia Soswinski (KUS), Thomas Wielander (VJZ), Christian Holzhacker (VJZ)

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