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5. November 2018

Mädchen gegen Jungs?

Ein Videoprojekt über Genderstereotype

„Manchmal kommt es mir so vor, als wäre die Welt in zwei Hälften geteilt – eine für Mädchen und eine für Jungs – und jeden Tag streiten wir darüber, welche Hälfte besser ist.“ Ein Zitat aus einem YouTube-Video, das der Siedlungstreff Leberberg mit Kindern und Jugendlichen gedreht hat:

Gibt es eine klare Grenze zwischen den Geschlechtern? Gibt es einen Unterschied in einem Leben/Aufwachsen als Junge oder als Mädchen? Wir lassen jugendliche Burschen und Mädchen zu Wort kommen – die folgenden Zitate sind aus Diskussionsrunden, nachdem wir diesen Film im Jugendtreff gezeigt haben:

„Jungs und Mädchen haben einfach unterschiedliche Interessen. Jungs haben mehr Jungs als Freunde, Mädchen haben mehr Mädchen als Freundinnen.“
„Die Frage ist die: Hast du diese Interessen, weil du es so vorgelebt bekommst? Oder hast du sie immer schon?“
„Das fängt ja schon mit dem Spielzeug an, wenn du ein kleines Kind bist. Es kommt einfach drauf an, ob dir deine Eltern ein Auto zum Spielen anbieten oder was anderes.“
„Wenn du als Junge sagst, du zockst gern, ist das nix Besonderes. Aber wenn ich als Mädchen sag, dass ich gern zocke, dann ist das was Außergewöhnliches. Also das ändert sich schon, aber es ist immer noch so.“
„Technikinteressiert sind schon einige Mädchen, aber nur so nebenbei. So weit gehen sie halt nicht, dass sie dann auf eine HTL gehen.“
„Wie willst du draufkommen, was wen wirklich interessiert? Weil sie es vielleicht nicht erzählen, weil es ihnen peinlich ist.“
„Versuche mit Klonen wären interessant – einmal wie ein Mädchen aufwachsen lassen, einmal wie ein Junge und schauen was passiert.“
„Fußball ist typisch für Jungs, aber ich spiel auch gern Fußball, also ich hätte wohl die gleichen Interessen, wenn ich unter Jungs aufwüchse.“
„Jungs, sagt man, sind wilder als Mädchen. Das ist sicher auch die Erwartung der Eltern, aber das ist nicht so einfach beeinflussbar.“

Wir kommen als Kinder zur Welt und werden dann zu Burschen und Mädchen, Inländern oder Ausländern, Behinderten oder Gesunden, Armen oder Reichen. Wir definieren, wer und was wir sind, und wir werden vice versa von den anderen in Kategorien gesteckt. Das kommt uns völlig normal vor. Und das kann ziemlich gewalttätig sein. Schon Kinder spüren den Anpassungsdruck. Sie eifern Vorbildern nach, und sie werden selbst Vorbild sein. Für Zwischenräume und Uneindeutigkeiten ist noch kein Platz, bis der eigene Platz nicht gefunden und gesichert ist. Manchmal schaut die Entwicklung von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ wie ein Kampf aus. Wahrscheinlich möchte niemand gern auf der Verliererseite landen...

Gibt es einen Ausweg? Batgirl (10 Jahre) über einen gesunden Umgang mit Vorurteilen:
„Du solltest nicht darauf hören und einfach weitertun.“

Siedlungstreff Leberberg

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